Weihnachtsbaum
Für Gesa Werhahn ist der Michel untrennbar mit Weihnachten verbunden – und der Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum.
Weihnachten begann in Gesa Werhahns Kindheit schon im Sommer. Mit ihrem Vater, damals einer der neun Hamburger Revierförster, war sie dann bereits in der gesamten Hamburger Umgebung zu einer ganz besonderen Mission unterwegs: der Suche nach dem perfekten Weihnachtsbaum für den Michel. Schön gewachsen musste er sein, auf keinen Fall schief oder mit großen Lücken, denn im Michel konnte ihn ganz Hamburg sehen: „Das hat meinen Vater sehr stolz gemacht.“
Wenn dann in der Woche nach dem 1. Sonntag im Advent der Weihnachtsbaum im Michel aufgestellt wurde, war das auch für Gesa Werhahn ein ganz besonders spannendes Erlebnis. „`Heute ist Micheltag´, hieß es damals zuhause im Forsthaus“, erinnert sie sich. Zusammen mit den Waldarbeitern ging es samt Baum in die Stadt. „Da der Baum so riesig war, wurde er in drei Teile geteilt und später wieder zusammengesetzt, sonst wären wir damit nicht um die Ecken gekommen“, erzählt sie weiter. Der Vater habe oben auf dem Dachboden ein Loch in die Decke gebohrt, um mittels einer Winde die Baumteile hochzukurbeln. „Das war eine Riesensache!“
Nach der Weihnachtszeit musste der Baum wieder abgebaut werden. „Dann wurde mit allen Mitwirkenden der Baum bei uns in der Försterei verbrannt und ein Wildschwein gebraten. Das Fest war eine Idee meines Vaters!“ Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2003 wurde diese Tradition fortgeführt.
Für Gesa Werhahn ist der Michel immer noch mit diesen schönen Erinnerungen an ihren Vater verbunden, der mittlerweile verstorben ist. Und auch dem Michel blieb die Musikerin verbunden: Als Leiterin verschiedener Chöre ist sie immer wieder zu Gast im Michel: „Das hätte er sehr schön gefunden.“
Im elterlichen Haushalt spielte Musik nur eine indirekte Rolle, „aber wir sind vor allem mental immer gefördert worden“, erinnert sie sich. Alle Geschwister lernten das Klavierspielen – bei Gesa Werhahn blieb die Liebe zur Musik. Sie studierte Schulmusik und Klavier, Chorleitung und Geschichte. Heute unterrichtet die Oberstudienrätin am Albert-Schweitzer-Gymnasium Musik und Geschichte, leitet unter anderem den von ihr gegründeten Mädchenchor Hamburg an der Staatlichen Jugendmusikschule und ist Dozentin für Kinderchorleitung an der HfMT. Durch die Kooperation der Jugendmusikschule ist die Verbindung zum Michel eng.
Die Auftritte mit ihren Chören im Michel sind für die jungen Sängerinnen und Sänger immer etwas Besonderes, „vor allem zur Weihnachtszeit erfasst alle eine gewisse Festlichkeit“, sagt Gesa Werhahn. Der Konzertort Michel sei einer der schönsten Hamburgs, findet sie, „eine Herausforderung und Chance zugleich, den Raum gut zu nutzen.“ Mit den Fünftklässlern ihrer Schule kommt sie für ein großes Adventskonzert zum Quempassingen in den Michel, der Mädchenchor Hamburg singt bei der Krippenandacht am 2. Weihnachtstag und wird bei „Märchen im Michel“ zu sehen und zu hören sein. Wenn dann das Lametta sanft im Luftzug flattert, die Lichter im Baum glänzen und Tannenduft in der Luft liegt, dann ist Gesa Werhahn ihrem Vater wieder ganz nah.




































































































