Erzählcafé - Mein Leben am Michel

Die Lutherkirche von innen

Christina Urlass blättert im alten „Sakristeibuch für die Lutherkirche im St. Michaeliskirchspiel“. So steht es in verschnörkelter goldener Schrift auf dem schwarzen Ledereinband, der das schwere Buch zusammenbindet. Es wurde von Pastor Henry Schwieger gestiftet zur Einweihung der Filialkirche des Michel am Dienstag, 13. März 1906, wie die Signatur verrät. Das ist nun 111 Jahre her. 

Christina Urlass, Archivarin an St. Michaelis, hütet dieses Buch wie einen Schatz. Vorsichtig schlägt sie die erste Seite auf. Handgeschrieben steht hier das Programm zur Einweihung der Kirche: Um 8 und um 9 Uhr Festgeläute der Hauptkirche, um 9.45 Uhr und 9.55 Uhr Festgeläute der drei neuen Glocken. Der Gottesdienst beginnt mit einer Motette über Psalm 100 von Felix Mendelssohn, musiziert von dem St. Michaelis Kirchenchor. Vier Pastoren sind beteiligt: Senior Behrmann, Pastor Clausen sen., Pastor Schwieger und Pastor Bertheau. Später musiziert noch der „Posaunenchor des Norddeutschen Männer- und Jünglingsbundes“. Ein großer Festtag muss das gewesen sein in der damals dicht besiedelten Neustadt mit dem Gängeviertel.

Vierzig Jahre später gibt es diese Kirche in der Karpfangerstraße schon nicht mehr. Von Bomben komplett zerstört wurde sie nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut. Erhalten blieb nur wenig, u. a. ein lebensgroßer Messingguss von Martin Luther, der den Reformator zeigt, wie er 1517 seine 95 Thesen an der Schlosskirche zu Wittenberg anbringt. Heute steht dieses Denkmal im Kirchgarten von St. Nikolai Moorfleet. Geblieben sind auch Fotos, Urkunden über den Grundstückskauf und die Sakristeibücher. Die Lutherkirche stellte für vier Jahrzehnte ein zweites Zentrum der Gemeindearbeit an St. Michaelis dar. Gottesdienste, Kindergottesdienste, Taufen, Konfirmationen, Hochzeiten und Trauerfeiern fanden dort ihren würdigen Ort.

Christina Urlass und Diakon Simon Albrecht möchten Erinnerungen an das vielfältige Leben unserer Gemeinde sammeln und aufschreiben. Im monatlichen Erzählcafé wird den persönlichen Erinnerungen Raum gegeben. Jeden Monat steht ein konkretes Thema auf dem Programm:

  • Donnerstag, 16. März, 15.00 Uhr
    Die Lutherkirche in der Karpfangerstraße
    Gibt es noch Zeitzeugen, die persönliche Erinnerungen an diese frühere Filialkirche des Michel haben? Oder haben Eltern und Großeltern davon erzählt? Zeugen Tauf- oder Konfirmationsurkunden davon? Erinnerungen an die Lutherkirche werden vorgestellt, neue Belege gesammelt. Jede Erinnerung ist willkommen.
  • Donnerstag, 27. April, 15.00 Uhr
    Konfirmation am Michel
    Die Konfirmation stellt den Übergang zum Erwachsenwerden dar. Wohl jeder, der konfirmiert wurde, hat ganz eigene Gedanken an diesen einmaligen Festtag. Jeder, der im Michel konfirmiert wurde, ist herzlich eingeladen, seine Erinnerungen beizutragen.

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