Das Amt des Michel-Türmers
Das Amt des Michel-Türmers teilen sich zwei freiberufliche Musiker.
Horst Huhn ist seit 1992 Michel-Türmer und leitet zudem das St. Michaelis Blechbläser-Ensemble.
Josef Thöne spielt seit 1995 vom Turm und leitet den Posaunenchor St. Michaelis.
Der Michel-Türmer
Der Michel-Türmer, auch Turmtüter, ist ein Trompeter, der in der alten Hamburger Tradition des Amtes der Turmbläser vom Turm der Hauptkirche St. Michaelis täglich morgens und abends Choräle in alle vier Himmelsrichtungen spielt.
Dieser Brauch wurde während der Reformation in Hamburg eingeführt und wird im Michel seit mehr als 300 Jahren praktiziert. Bis zur Aufhebung der Torsperre zum 1. Januar 1861 war der Trompeten-Choral das Zeichen für die Öffnung beziehungsweise Schließung der Stadttore.
Die Tradition - lebendig bis heute
Heute begibt sich der Michel-Türmer jeweils werktags um 10 Uhr und um 21 Uhr und sonntags einzig um 12 Uhr auf den 7. Boden des Turms, den sogenannten Türmerboden, der 279 Stufen hoch liegt. Er spielt jeweils eine Strophe aus einem geöffneten Fenster, beginnend bei dem Ostfenster und dann weiter im Uhrzeigersinn: „zum Lobe Gottes, den Menschen zur Freude!“ - so eine Tafel am Turmaufgang. Es wird täglich ein anderer Choral gespielt, hauptsächlich evangelische Kirchenlieder aus dem 16. und 17. Jahrhundert, abgestimmt mit dem Kirchenjahr.
Wenn der Wind günstig steht, lädt dieser Gruß vom Michel in der geschäftigen City zu einem Moment des Innehaltens und der Besinnung ein und auch die Anwohnerschaft rund um die St. Michaelis-Kirche erfreut sich am Fortbestand dieser jahrhundertealten Hamburger Tradition.
Weitere Infos
Ein kurzer Film über Josef Thöne, den Michel-Türmer.
Hergestellt von Thomas Müller im Auftrag der Hauptkirche St. Michaelis.

English