Pfingsten, ein liebliches und unbekanntes Fest

Pfingsten ist vielen Menschen ein rätselhaftes Fest. Sein Inhalt ist in weiten Teilen der Bevölkerung nicht mehr bekannt und wird auch nicht mehr recht verstanden. Schon das Wort „Pfingsten“ ist seltsam und fremd, so fremd wie die vielen Sprachen, von denen in der Pfingsterzählung der Apostelgeschichte im Neuen Testament berichtet wird.

„Pentekoste“, der 50. Tag nach der Auferstehung Christi, ist der Tag, an dem der Heilige Geist seinen bewegenden Eingang in die Welt nimmt: Feuerzungen, Rauschen, ein Tanzwirbel des Lebens und laute, klare Verkündigung der christlichen Wahrheit unter ganz unterschiedlichen Menschen in ganz unterschiedlichen Sprachen (Apostelgeschichte 2). Vor seinem Leiden hatte Christus seinen Jüngern den Tröster verheißen, der sie ermutigen, stärken und aufleben lassen würde: den Geist Gottes (Johannes 14 und 16). Der Pfingsttag ist die Erfüllung dieser Verheißung.

Es würde allerdings zu kurz greifen, den Heiligen Geist darauf zu beschränken, was er damals in Jerusalem unter den versammelten Menschen aus aller Herren Länder bewirkt hat. Pfingsten ist vielmehr ein fortdauerndes Fest, an dem der ewige Geist Gottes geehrt wird, der noch vor dem ersten Licht der Schöpfung Leben entfacht hat: „Der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.“ (1. Mose 1, 2). Pfingsten ist das Fest, von dem her in der Kirche der Heilige Geist täglich angerufen wird, Leben zu entfachen und die Herzen der Gläubigen zu erfüllen. Wo immer der Heilige Geist herabgerufen wird – bei der Taufe eines Menschen, bei der Feier des Heiligen Abendmahls in der Gemeinde, bei der Zusage der Sündenvergebung – da ist ein Tag der Auferstehung, da wird Leben erneuert. Pfingsten ist zudem das Fest der Verbindungen. Wo der Heilige Geist ist, da verbinden sich Licht und Leben, da werden Fremde miteinander verwandt, da verbinden sich Himmel und Erde, Menschliches und Göttliches. Pfingsten ist das Fest, in der die staunenswerte Vielfalt der Menschen und der Formen, Gott zu feiern und Gott zu dienen, mit ihrer einen Quelle, dem Geist Gottes, verbunden wird. Der Apostel Paulus schreibt davon in seinem 1. Brief an die Korinther: „Es sind verschiedene Gaben; aber es ist ein Geist.“

Die vielfältigen Talente der Menschen, deren geistliche Heimat St. Michaelis ist, die vielen Angebote in unserer Gemeinde, die unterschiedlichen Aktivitäten, verschiedene Menschen mit einer Vielzahl von Ansichten, Meinungen und Überzeugungen – alle und alles kommt von dem einen Geist Gottes. Gemeinsam feiern wir Gottesdienst in diesem einen Geist. Darum beginnt das Sakristeigebet, das Martin Luther aus der Tradition der Kirche übernommen hat und das bis heute noch in manchen Gemeinden vor Beginn eines jeden Gottesdienstes gebetet wird, mit einer Anrufung des Heiligen Geistes: „Komm, Heiliger Geist, erfüll die Herzen deiner Gläubigen und entzünde in ihnen das Feuer deiner göttlichen Liebe, der du in Mannigfaltigkeit der Zungen die Völker der ganzen Welt versammelt hast in Einigkeit des Glaubens.“

Zu Pfingsten wird der Altarraum des Michel mit Birken geschmückt.

 

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