Himmelfahrt und Pfingsten

In Kleinasien und Nordafrika wurde schon im 2. Jahrhundert eine fünfzigtägige österliche Freudenzeit gefeiert. Hundert Jahre später ist diese Festzeit, die Pentekoste (50. Tag) genannt wird, auch in Rom bekannt. Christi Himmelfahrt ist Teil des österlichen Geschehens, das am 50. Tag durch das Pfingstfest abgeschlossen und vollendet wird.

Von der Himmelfahrt Jesu Christi berichtet der Evangelist Lukas sowohl in seinem Evangelium (24, 50-53) als auch in der Apostelgeschichte (1, 4-14). Die Kirche feiert, dass das ewige Wort Gottes, das Fleisch geworden ist (Johannes 1) nach Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen in die himmlische Herrlichkeit des Vaters zurückkehrt, um als König und Allherrscher (Pantokrator) zu regieren und zu die Welt zu richten.

Im 4. Jahrhundert beginnt die Kirche, das der Auferstehung Jesu Christi folgende Geschehen seiner Himmelfahrt und der Sendung des Heiligen Geistes historisch nachzuvollziehen und zeitlich vom Osterfest selbst zu lösen. Zunächst gab es diese Trennung nicht. Aus den Aufzeichnungen der Pilgerin Egeria Silvia, die im 4. Jahrhundert das Heilige Land besuchte, wissen wir, dass das Himmelfahrtsfest in Jerusalem noch in der Osterwoche selbst begangen wurde. Täglich, so berichtet Egeria, wurde in der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg Gottesdienst gefeiert. Auch am 50. Tag (Pfingsten) wurde damals in Jerusalem noch einmal der Himmelfahrt gedacht. Die neue Form der zeitlichen Dehnung und Festlegung des Himmelfahrtfestes auf den 40. Tag nach Ostern setzt sich seit dem 5. Jahrhundert in der gesamten Christenheit durch. 

In der Liturgie des Himmelfahrtsfestes war es längere Zeit üblich, unmittelbar nach der Lesung des Evangeliums die Osterkerze zu löschen, deren Licht seit der Osternacht die Gegenwart des Auferstandenen unter seinen Jüngern symbolisierte. Jetzt hat sich vielfach durchgesetzt, die Osterkerze in allen Gottesdiensten bis zum Ende des Pfingstfestes zu entzünden. Die liturgische Farbe des Himmelfahrtsfestes ist die Christusfarbe Weiß, die die gesamte Osterzeit prägt.

Der 50. Tag galt schon in der frühen Kirche wie auch heute wieder als Abschluss der österlichen Freudenzeit.  Erhöhung Jesu Christi und Geistsendung wurden in vielen Teilen der Kirche zunächst miteinander verbunden, das heißt Ostern, Himmelfahrt und Pfingsten, wie wir es heute als getrennte Feste kennen, in einem abschließenden Fest zusammengefasst.

Seit dem 4. Jahrhundert findet auch im Blick auf Pfingsten die zeitliche Dehnung statt und man gedenkt am 50. Tag nach Ostern ausschließlich der Sendung des Heiligen Geistes, wie Lukas es in der Apostelgeschichte berichtet (2, 1-12). Das Pfingstfest erhält im weiteren Verlauf eine immer höhere Eigenständigkeit, wird mit einer Vorabendfeier (Vigil) versehen und als Fest selbst eine Woche lang gefeiert (Oktav). Noch immer kennt die lutherische Tradition – im Gegensatz zur römisch-katholischen nach dem 2. Vatikanischen Konzil – eine Pfingstwoche, in der an jedem Tag bis zum folgenden Sonnabend ein pfingstlicher Gottesdienst gefeiert werden kann.

Das Pfingstfest gilt als der „Geburtstag der Kirche“, die in der Sendung des Geistes auf alle Jünger und die Aufhebung der babylonischen Sprachverwirrung (1. Mose 11) manifest wird. Pfingsten führt aber nach dem Zeugnis der Apostelgeschichte gerade nicht zur Uniformität, sondern alle Pilger in Jerusalem hören die Jünger in ihren Muttersprachen predigen, so dass die österliche Botschaft in den Sprachen der Welt in alle Welt geht. (Vergleiche den Taufbefehl des Auferstandenen (Evangeliumslesung der Osternacht) Matthäus 28, 18-20: Gehet hin und lehret alle Völker…).

Liturgische Farbe des Pfingstfestes ist das Rot, in dem das Feuer des Heiligen Geistes symbolisiert ist, das die Kirche erfüllt.

Zu Pfingsten wird der Altarraum des Michel mit Birken geschmückt.

 

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