Ostern

„Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, er ist auferstanden.“ (Lukasevangelium 24, 5b)

Das Osterfest gründet in der Erfahrung der Jünger Jesu, dass Jesus Christus, der am Kreuz Verstorbene, auferstanden ist, lebt und ihnen „erschien“, wie es im Neuen Testament an verschiedenen Stellen und auf ganz unterschiedliche Weise bezeugt ist. 

Mit der Botschaft vom Sieg des Lebens über den Tod, den der Mensch gewordene Sohn Gottes errungen hat, begann der christliche Glaube und mit ihm die christliche Verkündigung und Mission von Jerusalem aus in alle Welt: Seit Ostern kann jeder Mensch durch den Glauben und die Taufe Anteil an diesem Leben und damit am Ostersieg Jesu Christi erhalten.

Zusammen mit dem Gründonnerstag und dem Karfreitag wird Ostern als Fest der Erlösung des Menschen von der Herrschaft von Sünde und Tod gefeiert. Dieses Triduum (Heilige drei Tage) genannte Fest bildet den Höhepunkt des christlichen Kirchenjahres und ist das höchste Fest der Christenheit.

Das Osterfest selbst wird eine Woche lang gefeiert. Daran schließt sich die Osterzeit an, die nach 40 Tagen mit dem Fest der Himmelfahrt Christi einen weiteren Höhepunkt erfährt, und nach 50 Tagen (griechisch Pentekoste) mit dem Pfingstfest abgeschlossen wird. Die liturgische Farbe der Osterzeit ist weiß, die Christusfarbe des Lichtes und der Auferstehung.

Bis zurück zur Mitte des 2. Jahrhunderts lässt sich die jährlich wiederholte Feier des Osterfestes nachweisen. Damit ist es das älteste christliche Jahresfest, das allerdings nicht an einen festen Termin im Kalender gebunden ist, sondern sich entsprechend jüdischer Tradition nach dem Mondkalender richtet.

Über den Termin des Osterfestes besteht seit der frühen Zeit und bis heute in der weltweiten Kirche keine Einigkeit. Nach dem Kalender der westlichen Kirchen wird Ostern am Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling (also frühestens am 21. März) gefeiert. Die Ostkirche, die den gregorianischen Kalender nicht eingeführt hat, hält sich bei der Berechnung des Ostertermins nicht nur an den alten julianischen Kalender, sondern zudem an den Beschluss des Ersten Ökumenischen Konzils von Nizäa im Jahre 325 n. Chr., dass das jüdische Passahfest abgeschlossen sein muss.

Die biblischen Lesungen und das liturgische Brauchtum an Ostern weisen auf die Verbindung mit dem jüdischen Passahfest, an dem der Auszug des Volkes Israel aus der Knechtschaft in Ägypten in die Freiheit und ins Gelobte Land erinnert wird.

Seit den frühen 60er Jahren des 20. Jahrhunderts hat auch die lutherische Tradition die Feier der Osternacht (entweder in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag oder am frühen Morgen des Ostersonntags) wiedergewonnen. In der Zeit der Alten Kirche war dieser Gottesdienst der bedeutendste des ganzen Jahres und der einzige Tauftermin. Die Täuflinge werden durch die Taufe mit Christus begraben und neu geboren (vergleiche Römer 6) und erhalten Anteil am ewigen Leben, in das Jesus Christus am Ostertag auferstanden ist. Symbolisch wurden den Täuflingen nach ihrer Taufe weiße Kleider angelegt, sie feierten zum ersten Mal das heilige Abendmahl und trugen ihre weißen Kleider eine ganze Woche lang bis zum Vorabend des auf Ostern folgenden Sonntags. Daher wird dieser Sonntag bis heute auch „weißer Sonntag“ genannt.

In der Osternacht wird die große, mit Symbolen und der Jahreszahl geschmückte Osterkerze signiert und gesegnet und als erstes Licht in der Dunkelheit der Nacht entzündet. Die Osterkerze brennt während der gesamten Osterzeit bis Pfingsten, danach wird sie nur noch bei Taufen und Trauerfeiern entzündet, weil bei diesen Anlässen der Glaube an die Auferstehung besonders betont wird.

Woher das Wort „Ostern“ stammt, lässt sich nicht eindeutig klären. Die am weitesten verbreitete Theorie wurde schon im 7. Jahrhundert vom englischen Theologen Beda Venerabilis vertreten. Er leitet das Wort von einer germanischen Göttin Eastru oder Eostre ab, die in dem Frühlingsmonat, in dem Ostern zumeist liegt, verehrt worden sein soll. Einen wirklichen Nachweis, dass eine solche Göttin Verehrung erfuhr, gibt es allerdings nicht.

 

SPENDENKONTO

Hauptkirche St. Michaelis
IBAN: DE49 2005 0550 1226 1252 25 (HaSpa)
BIC: HASPDEHHXXX
Geben Sie gern einen Verwendungszweck an.

KONTAKT

Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg
Englische Planke 1
20459 Hamburg
Telefon: (040) 376 78 - 0
Telefax: (040) 376 78 - 310
Mail: info@st-michaelis.de

ÖFFNUNGSZEITEN

Wir haben täglich für Sie geöffnet.

November bis April: 10.00 Uhr - 17.30 Uhr
Mai bis Oktober: 9.00 Uhr bis 19.30 Uhr